Risikoinformationen als Chance für einen Wettbewerbsvorteil

Mit Risikoinformationen wird das Bewusstsein für und die Umsetzung von Strategien für das Risikomanagement in einem Unternehmen bewertet, die in jeder Branche für einen Wettbewerbsvorteil unerlässlich sind. Nach einer Indexierung von fast 400 Unternehmen haben wir bei RSA jedoch festgestellt, dass weniger als 10 Prozent der Unternehmen über eine Risikomanagementstrategie verfügen, die aufgrund ihrer Reife als „vorteilhaft“ eingestuft werden kann. Dieses Ergebnis bedeutet, dass 90 Prozent der befragten Unternehmen die Chance verpassen, sich durch die Umsetzung einer umfassenden ERM-Strategie (Enterprise Risk Management, Unternehmensrisikomanagement) einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Reaktives und proaktives Risikomanagement

Eine besonders aussagekräftige Zahl des Risk Intelligence Index sind die gerade einmal 22 Prozent der Unternehmen, die nach eigenen Angaben in der Lage sind, IT- und Sicherheitsrisikomanagement als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Dies ist ein Beleg dafür, dass bei der überwältigenden Mehrheit der Unternehmen Risikomanagement heute als ein reaktives Protokoll betrachtet wird.

Leider entspricht dies jedoch ganz und gar nicht der Wahrheit. Allzu oft werden Unternehmen, in denen man sich wundert, warum bei der Konkurrenz so viel Zeit in die Minimierung von Betriebsunterbrechungen investiert wird, für ihre Nachlässigkeit bestraft. Strategien für das Risikomanagement sollten immer auch Prozesse zur Behandlung unvorhergesehener Ereignisse und Umstände umfassen, durch die Geschäftsziele bedroht sind. Das ist jedoch nur ein Teil der Strategie.

Effektives Risikomanagement ist ein übergreifender Geschäftsprozess, der sowohl die Minimierung inakzeptabler Risiken als auch eine proaktive Wachsamkeit zur Vermeidung zukünftiger Risiken umfasst. In der Praxis gehört dazu vor allem die Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen des Unternehmens mit realistischen Geschäftszielen – im Gegensatz zu separaten Einheiten, die ihre eigenen wahrgenommenen Risiken managen.

Strategien zur erweiterten Erkennung

Die Möglichkeit, potenzielle Risiken zu erkennen, bevor diese sich auf die Geschäftsziele auswirken, ist kein immanenter Aspekt des Risikomanagements. Dies zeigt sich anhand der Tatsache, dass nur bei der Hälfte der befragten Unternehmen Änderungen an behördlichen Auflagen vorausgesehen werden. Stattdessen erfordert die erweiterte Erkennung dieser Arten von Risiken vor allem Disziplin und Initiative.

Die strategische Planung zur Identifizierung potenzieller Risiken umfasst etwa die Kombination des Risikoverlaufs mit neuen Technologien und Vorschriften im Zusammenhang mit den Geschäftszielen. Wenn potenzielle externe Risikofaktoren erkannt werden, bevor sie den Geschäftsbetrieb beeinflussen können, lassen sich die jeweiligen Unternehmensressourcen entsprechend anpassen.

Um die Initiative zur proaktiven erweiterten Risikoerkennung umsetzen zu können, benötigen die meisten Unternehmen einen neuen Ansatz für das Risikomanagement. Laut RSA-Bericht sehen nur 27 Prozent der Befragten das Risikomanagement als grundlegenden Prozess für geschäftliches Wachstum. Wenn in einem Unternehmen jedoch ein wirklich effizienter ERM-Prozess entwickelt werden soll, muss zunächst dessen Nutzen für das Unternehmen erkannt werden. Darüber hinaus wird in Unternehmen ohne echte Risikomanagementlösung häufig das eigene Potenzial verschenkt.

Wettbewerbsvorteile erzielen

Eine der besten Inspirationsmöglichkeiten für Änderungen in diesem Bereich besteht darin, das ERM als Mittel für Wettbewerbsvorteile zu verstehen. Dieser Vorteil lässt sich durch eine einfache Aussage zusammenfassen: Chancen und Risiken unterscheiden sich gar nicht so sehr voneinander. Wenn Sie Risiken für Ihre Geschäftsziele erkennen und minimieren, schaffen Sie gleichzeitig eine Chance für Verbesserungen. Diese Chancen sind ein natürlicher Nebeneffekt der immanenten Fähigkeit von ERM, intelligentere geschäftliche Entscheidungen zu ermöglichen. Wenn Sie mögliche Widrigkeiten am Horizont frühzeitig erkennen und entsprechende Vorkehrungen treffen können, hat Ihr Unternehmen bereits einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten mit einer rein reaktiven Strategie erzielt.

Fazit: Unternehmen mit umfassenden Risikoinformationen werden besser mit eventuellen Widrigkeiten umgehen können. Daher haben sie einen deutlichen Vorteil gegenüber Konkurrenten ohne eine proaktive Vision für das Risikomanagement.

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